Mit Werken von William Byrd, Josquin Desprez, Thomas Tallis, Giovanni Pierluigi Palestrina und Leonhard Lechner

Programm
William Byrd (1543 – 1623)
Christe qui lux es et dies
Ave Maria
Josquin Desprez (ca. 1440-1521)
Tu solus, qui facis mirabilia
Tu pauperum refugium
Thomas Tallis (ca. 1505-1585) Lamentatio Jeremiae
Giovanni Pierluigi Palestrina (ca. 1525-1594)
Pulchra es
Quae est ista
Leonhard Lechner (ca. 1553-1606)
Deutsche Sprüche von Leben und Tod
Nun schein, du Glanz der Herrlichkeit

Christe qui lux es et dies (William Byrd)
Christus, der du Licht bist und Tag,
der du der Nacht die Finsternis schickst,
du wirst für das Strahlen des Lichts gehalten
und verheißest uns das glückliche Licht.

Wir bitten dich, heiliger Herr:
Beschütze uns in dieser Nacht,
es werde uns Ruhe zuteil in dir,
verleihe uns eine ruhige Nacht.

Kein schwerer Schlaf möge hereinbrechen,
und der Feind möge uns nicht verführen.
Nicht möge das Fleisch diesem zustimmen
und uns vor dir als Schuldige hinstellen.

Die Augen mögen den Schlaf gewinnen,
das Herz immer für dich wachen.
Deine Rechte möge uns schützen,
uns Diener, die dich lieben.

Unser Beschützer, blick auf uns.
Den, der uns auflauert, dränge zurück.
Lenke deine Diener,
die du mit deinem Blut erkauft hast.

Gedenke unser, Herr,
in diesem schweren Körper,
der du Beschützer der Seelen bist,
steh‘ uns bei, Herr!
Tu solus, qui facis mirabilia (Josquin Desprez)
Du einziger, der du Wunder schaffst;
du einziger Schöfper, der du uns erschaffen hast;
du alleiniger Erlöser, der du uns mit deinem teuren Blut erlöst hast.

Zu dir allein nehmen wir Zuflucht,
auf dich allein vertrauen wir,
nichts anderes beten wir an, o Jesu Christ.

Zu dir senden wir unsere Bitten,
erhöre, worum wir flehen
und gewähre, worum wir bitten,
gütiger König!

Einen anderen zu lieben wäre Täuschung,
große Einfalt und Sünde.

Höre unsere Seufzer,
erfülle uns mit deiner Gnade,
o König der Könige!
Dass wir in deinem Dienst bleiben,
mit Freuden auf ewig.
Tu pauperum refugium (Josquin Desprez)
Du Zuflucht der Armen, Erquickung der Müden, du Hoffnung der Verbannten, Halt der Schwankenden, du Weg für die Verirrten, Wahrheit und Leben: wohlan denn, mein Herr und Erlöser, bei dir allein suche ich Zuflucht, dich wahrer Gott bete ich an, auf dich hoffe ich, auf dich vertraue ich. Mein Heil, Jesus Christus, hilf mir, dass nicht untergehe meine Seele im Tode.
Lamentatio Jeremiae (Thomas Tallis)
1. Teil
Es beginnt die Klage des Propheten Jeremia.
Alef.
Wie liegt die Stadt so verlassen, die einst voll Volks war!
Sie ist wie eine Witwe, die Herrin unter den Völkern.
Die eine Königin in den Ländern war, muss nun dienen.
Beth.
Wie weint in der Nacht, dass ihr die Tränen über die Wangen laufen:
es ist niemand unter allen Geliebten, der sie tröstet.
Alle ihre Freunde sind ihr untreu und ihre Feinde geworden.

Jerusalem, wende dich hin zu Gott, deinem Herrn.
Pulchra es (G.P. Palestrina)
Du bist schön, meine Freundin, zart und lieblich wie Jerusalem;
schrecklich wie ein Heer in Schlachtordung.
Wende deine Augen von mir ab, denn sie schlagen mich in die Flucht.
Quae est ista (G.P. Palestrina)
Wer ist diese, die da herkommt wie die aufsteigende Morgenröte,
schön wie der Mond, auserlesen wie die Sonne,
furchterregend wie ein geordnetes Heerlager?