Werke von Giovanni Pierluigi Palestrina, Josquin Desprez, Leonhard Lechner, Heinrich Isaac, Giovanni Gabrieli

Programm

Giovanni Pierluigi Palestrina (ca. 1525 – 1594)

Quae est ista

Pulchra es

Josquin Desprez (ca. 1440 – 1521)
Ecce tu pulchra es

Giovanni Pierluigi Palestrina

Osculetur me

Trahe me

Nigra sum, sed formosa

Leonhard Lechner (ca. 1553 – 1606)
Das Hohelied Salomonis
Giovanni Pierluigi Palestrina

Pulchrae sunt genae tuae

Fasciculus myrrae

Heinrich Isaac (ca. 1450 – 1517)
Tota pulchra es

Giovanni Gabrieli (1557 – 1613)
Beata es virgo Maria

Quae est ista (G.P. Palestrina)
Wer ist diese, die da herkommt wie die aufsteigende Morgenröte,

schön wie der Mond, auserlesen wie die Sonne,furchterregend wie ein geordnetes Heerlager?

Pulchra es (G.P. Palestrina)
Du bist schön, meine Freundin, zart und lieblich wie Jerusalem;
schrecklich wie ein Heer in Schlachtordnung.
Wende deine Augen von mir ab, denn sie schlagen mich in die Flucht.

Ecce tu pulchra es (J. Desprez)
Siehe, wie schön bist du, meine Freundin.
Deine Augen sind wie Taubenaugen.
Siehe, wie schön bist du, mein Geliebter und wie lieblich.
Blumengeziert ist unser Bett,
unserer Häuser Balken sind Zedern,
unserer Gemächer Decken Zypressen.
Eine Blume des Feldes bin ich und eine Rose im Tal.
Wie die Lilie unter Dornen,
so ist meine Freundin unter den Töchtern.
Der König führte mich in seine Hochzeitskammer.
Über mir ist die Liebe sein Zeichen.
Schmücket mich mit Blumen, labet mich mit Äpfeln,
denn ich bin krank vor Liebe.

Osculetur me (G.P. Palestrina)
Er küsse mich mit dem Kuss seines Mundes,
denn lieblicher ist deine Brust als Wein,
duftender als die beste Salbe.
Wie ausgegossenes Öl ist dein Name
darum liebten dich die Jungfrauen.

Trahe me (G.P. Palestrina)
Führe mich, zu dir eilen wir
in den Wohlgeruch deiner Salben.
Eingeführt hat mich der König in seine Gemächer.
Frohlocken wollen wir und uns freuen in dir,
deiner Brust gedenkend mehr als an Wein:

dich lieben die Frommen.

Nigra sum, sed formosa (G.P. Palestrina)
Schwarz bin ich, aber schön, ihr Töchter Jerusalems,
wie die Zelte Cedars, wie das Rauchwerk Salomons.
Betrachtet mich nicht, denn gebräunt hat mich die Sonne.
Die Söhne meiner Mutter lagen gegen mich im Streit,
aufgestellt haben sie mich zur Hüterin ihrer Weinberge.

Das Hohelied Salomonis (L .Lechner)

Er küsse mich mit dem Kuss seines Mundes,
denn deine Brüste sind lieblicher denn Wein,
dass man dein Salbe rieche.
Dein Nam ist ein ausgeschütte Salben;
darum lieben dich die Mägde.
Zeuch mich dir nach, so laufen wir.
Der König führet mich in seine Kammer.
Wir freuen uns und sind fröhlich über dir;
wir gedenken an deine Brüste mehr denn an den Wein.
Die Frommen lieben dich.

Ich bin schwarz, aber gar lieblich.
Ihr Töchter Jerusalem,
wie die Hütten Kidar, wie die Teppiche Salomon,
sehet mich nit an, dass ich so schwarz bin.
Denn die Sonne hat mich verbrannt.
Meiner Mutter Kinder erzürnen mit mir.

Man hat mich zur Hüterin der Weinberg gesetzt;
aber meinen Weinberg, den ich hatt,
hab ich nit behütet.
Sage du mir an, den meine Seele liebet,
wo du weidest, wo du ruhest um Mittag,
dass ich nit hin und hergehn müsse
bei den Herden deiner Gsellen.
Kennest du dich nit, du schönste unter den Weibern?
So geh hinaus auf die Fußstapfen der Schaf
und weide deine Böcke
bei den Hirtenhäusern.

Ich gleiche dich, meine Freundin,
meinem reisigen Zeuge an dem Wagen Pharao.
Deine Backen stehn lieblich in den Spangen,
und dein Hals in den Ketten.
Wir wöllen dir güldene Spangen machen
mit silbern Böcklein.
Da der König sich herwandte,
gab mein Narden sein Geruch.
Mein Freund ist mir ein Büschel Myrrhen,
das zwischen meinen Brüsten hanget.
Mein Freund ist mir ein Trauben Cophar
in den Weingärten zu Engeddi.

Siehe, mein Freundin, du bist schön,
schöne bist du;
deine Augen sind wie Taubenaugen.
Siehe, mein Freund, du bist schön und lieblich.
Unser Bette grünet, unser Häuser Balken sind Zedern.
unser Latten sind Zypressen.

Ich bin ein Blumen zu Saron
und eine Rose im Tal.
Wie eine Rose unter den Dornen,
so ist mein Freundin unter den Töchtern.
Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen,
so ist mein Freund unter den Söhnen.
Ich sitz unter dem Schatten,
des ich begehre, und seine Frucht
ist meiner Kehlen süße.
Er führet mich in den Weinkeller und die Liebe ist sein Panier über mir.
Er erquicket mich mit Blumen und
labet mich mit Äpfeln,
denn ich bin krank vor Liebe.
Seine Linke lieget unter meinem Haupt,
und seine Rechte herzet mich.

Fahet uns die Füchse,
die kleinen Füchslein, die den Weinberg verderben;
denn unsre Weinberg haben Augen gewonnen.
Mein Freund ist mein, und ich bin sein,
der unter den Rosen weidet,
bis der Tag kühl wird und der Schatten weichet.
Kehre um, werde wie ein Rehe, mein Freund,
oder wie ein junger Hirsch
auf den Scheidebergen.

Pulchrae sunt genae tuae (G.P. Palestrina)

Schön wie Turteltauben sind deine Wangen,
dein Hals ist ein Halsgeschmeide.
Goldene Halsketten wollen wir dir fertigen,
mit Silberarbeit fein besetzt.
Da der König auf dem Lager ruhte,
gab meine Narde lieblichen Duft.

Fasciculus myrrae (G.P. Palestrina)
Ein Myrrhenbüschel ist mir mein Geliebter,
das zwischen meinen Brüsten ruhen soll.
Mein Geliebter ist mir eine Zyprustraube
aus den Weinbergen von Engeddi.
Siehe, wie schön bist du, meine Freundin,
deine Augen sind wie Taubenaugen.

Tota pulchra es (H. Isaac)
Wahrlich schön bist du, meine Freundin,
und kein Makel ist an dir.
Wie träufelnder Honig sind deine Lippen;
Honig und Milch sind unter deiner Zunge.
Der Duft deiner Salben übertrifft alle Würze.
Denn schon ist der Winter vorüber,
der Regen dahin und vergangen.

Blumen sind hervorgekommen,
die blühenden Weinstöcke geben ihren Duft.
Und die Stimme der Taube hört man
in unserem Lande.
Stehe auf, eile, meine Freundin,
o komm vom Libanon,
o komm, du wirst gekrönt werden.

Beata es virgo Maria (G. Gabrieli)
Gesegnet bist du, Jungfrau Maria,
Gottesmutter, die du geglaubt hast,
dass alles in dir vollkommen ist,
was dir gesagt wurde.
Siehe, du bist erhöht über die Scharen
der Engel.
Sei unsere Fürbitterin beim Herrn,
deinem Gott.